Das Zukunftsforum in den Medien

Artikel Allgemeine Zeitung vom 02.11.11

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http://www.wormser-zeitung.de/region/rheinhessen/11316003.htm

Nachhaltige Energien nutzen

28.10.2010 - BODENHEIM                PDF: Nachhaltige Energien nutzen

Von Michael Heinze

FORUM Experten: Genug Sonne und Wind

Den brennstofffreien Energieträgern gehört die Zukunft. Das unterstrich Prof. Dr. Karl Keilen, Leiter der Referatsgruppe Energie und Klimaschutz im rheinland-pfälzischen Umweltministerium, beim EWR-Zukunftsforum. Das Thema: „Energieeffizienz und erneuerbare Energien - welche Infrastruktur brauchen wir in der Zukunftsregion Rheinhessen/Ried?“

Vor gut 80 Zuhörern aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung nannte Keilen „vorrangig Wind und Sonne“, da Wasserkraft in Deutschland „sehr begrenzt“ sei. „Das sind Energieformen, die nicht nur keine Emissionen haben, sondern auch keine Brennstoffkosten. Kohle- und Gaskraftwerke werden weiter steigende Preise haben, weil sie auf Brennstoffe angewiesen sind.“ Bei Wind, Sonne und Biomasse müsse man „nur“ in die Technologie investieren. Als Technologienation sei man gut beraten, „unsere Energiesysteme umzustellen auf nachhaltig vorhandene Energieträger“. Das Knowhow sei vorhanden. „Die Maßgabe heißt, dass wir mit diesen Energieformen nicht nur unseren Strombedarf bedienen, sondern auch heizen“, sagte Keilen. „Die Wärmepumpe wird sich zum Regelheizsystem entwickeln, sodass wir mit Wind- und Solarstrom in hohem Umfang unseren Bedarf abdecken.“ Keilen ist überzeugt: „Wir werden weltweit keine Energieprobleme haben. Weil wir genug Wind, genug Sonne, aber auch andere regenerative Energieträger haben.“ Dennoch gelte es, möglichst viel einzusparen. „40 Prozent der Energien werden in Gebäuden verplempert.“ So sei es keine Seltenheit, dass Schulen nach einer energetischen Sanierung 80 bis 90 Prozent weniger Energie verbrauchten.

„Natürlich geht es in erster Linie um Energieeinsparungen“, bekräftigte Ernst Walter Görisch, Landrat des Kreises Alzey-Worms. Allerdings müsse man bei der Bewirtschaftung der Gebäude mit Sorgfalt vorgehen, damit etwa kein Schimmelpilz entstehe. „Wichtig ist, dass wir Standards definieren und schauen, dass die Technik überschaubar bleibt.“ Für Windräder gelte es, „die richtigen Standorte auszuweisen“.

Dass die steigende Zahl regenerativer Energieanlagen die Stromnetze vor Herausforderungen stellt, skizzierte Johannes Krämer, Geschäftsführer der EWR Netz GmbH. Laut Krämer wird der Umbau der Netzinfrastruktur „gelingen, wenn wir in Pilotprojekte investieren und daraus Erkenntnisse gewinnen“. In den Medien werde meist über Probleme bei den Übertragungsnetzen gesprochen. „Das sind die Netze, die die Energien über viele hundert Kilometer transportieren, etwa die Windenergie, die in der Nordsee erzeugt wird, in den Süden.“ Vier Unternehmen in Deutschland seien zuständig für Bau und Betrieb dieser Netze. „Hier sind in den nächsten Jahren 40 Milliarden Euro zu erbringen, um den Zubau von erneuerbaren Energien zu gewährleisten, der sozusagen die Autobahnen für sie darstellen soll.“

Virtuelles Leben kostet Strom

Quelle: Allgemeine Zeitung
von Dennis Rink                           Zeitungsartikel als PDF

EWR-FORUM Für ,,intelligenten Energieverbrauch“

In den nächsten Jahren und Jahrzehnten steht die Energieversorgung in Rheinhessen, Deutschland und auf der ganzen Welt vor einer Revolution.

Angesichts des fortschreitenden Klimawandels und immer weiter schrumpfender Rohstoffreserven fordern Experten eine ,,Energiewende“, um auf der einen Seite nachhaltiger und effizienter mit vorhandenen Rohstoffen umzugehen, und um und auf der anderen Seite die Methoden zur Gewinnung von regenerativen Energien voranzutreiben. ,,Wir stehen heute vor der größten Erneuerung der Energie-Infrastruktur, die es ja gab“, sagte EWR-Vorstand Helmut Antz auf dem ersten ,,EWR-Zukunftsforum“. ,,Der Klimawandel ist eine Herausforderung, die wir nur dann bestehen können, wenn wir unser gesamtes Know-How einbringen. Das Ziel ist es, bei sinkendem Energieverbrauch die Lebensqualität der Menschen zu halten oder sogar auszubauen.“

Um dies zu erreichen, müsse im Bereich der Energieversorgung jedoch ein Umdenken stattfinden. ,,Bürger sind in Zukunft nicht mehr Kunde, sondern Mikro-Produzenten“, schildert Antz. ,, Die Antwort auf den Klimawandel ist eine Energiewende.“

Alleine mit einer effizienteren Nutzung der schon vorhandenen Energie können man 30 bis 40 Prozent des Gesamtverbrauchs einsparen, sagt Prof. Dr. Dieter Rombach, Geschäftsführender Leiter des Frauenhofer-Instituts für Experimentelles Software Engineering in Kaiserslautern. ,,Bei aller regenerativen Energie liegt das größte Potential immer noch in einem intelligenten Energiemanagement“, betonte Rombach.

Bis zum Jahre 2030 werde der Primärenergieverbrauch um bis zu 50, der Stromverbrauch sogar um 200 bis 400 Prozent steigen. ,,Dadurch werden auch die Energiekosten steigen. Aber wir haben in dieser Region ein riesiges Potential, um in dieser Frage eine intelligente Lösung auf die Beine zu stellen.“

Während die Nutzung von Wasserkraft und Erdwärme in Rheinland-Pfalz zwar ausbaufähig, aber nicht effizient genug ist, liegen im Bereich der Wind- und Sonnenenergie große Potenziale. ,, Wir müssen einen Mix herstellen zwischen regenerativen Energien und intelligentem Verbrauch“, forderte Rombach, der in diesem Zusammenhang die ,,Internetisierung“ der Gesellschaft kritisiert.

,,Ein Mensch, der im Internet ein ,,Second Life“ führt, verbraucht im Jahr so viel Energie wie ein durchschnittlicher Brasilianer in der realen Welt.“ Um in jedem einzelnem Haushalt die Energie effizienter zu nutzen, gäbe es unter anderem das Modell, die momentan nicht verbrauchte Energie so zu speichern, dass sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder ausgeschüttet werden kann. ,,Es gibt viele Möglichkeiten im Kleinen, die sich aber alle aufaddieren und schließlich einen Betrag zur Energiewende leisten können“, sagt Rombach.

Auf Sonne, Wind und Wasser setzen

Quelle: Allgemeine Zeitung
29.10.2009 - WÖRRSTADT           Zeitungsartikel als PDF

Von Andreas Riechert

ENERGIE EWR-Zukunftsforum informiert über Optionen und Perspektiven für effektivere Nutzung der natürlichen Ressourcen

Über Chancen und Konsequenzen einer Energiewende für die Wachstumsregion Rheinhessen/Ried diskutierten Fachleute und Politiker während des ersten EWR-Zukunftsforums in der Neubornhalle (die AZ berichtete).

Die Premiere des Zukunftsforums richtete sich vor allem an die zahlreich erschienenen Bürgermeister der Kommunen, die sich über die regionalen Umsetzungsmöglichkeiten der Energiespar-Optionen informierten. So ist eine effektive Energiewende für VG-Bürgermeister Markus Conrad unerlässlich, um Herausforderungen wie Reduzierung der Kohlendioxid-Emissionen, Endlichkeit der Ressourcen und steigende Energiekosten erfolgreich zu meistern. "Nach der Liberalisierung des Strom- und Gasmarktes müssen wir uns mit dieser Materie beschäftigen", forderte Conrad, der die VG Wörrstadt derweil auf einem guten Weg sieht. Bis zum Jahr 2017 soll dort sowohl der öffentliche als auch der private Strom zu einhundert Prozent aus erneuerbaren Energien erzeugt werden.

EWR-Vorstand Helmut Antz verdeutlichte, dass die Chancen zum Entstehen einer angestrebten "Zukunftsregion Rheinhessen/Ried" zweifellos gut seien. "Die Voraussetzungen sind hervorragend", so Antz, der die VG Wörrstadt als Vorbild in punkto Energiewende bezeichnete. Das Zauberwort der Zukunft heiße Energiemix: "Wir müssen Sonne, Wind- und Wasserkraft und Erdwärme nutzen, die Kraft-Wärme-Kopplung ausbauen sowie Lösungen erarbeiten, mit deren Hilfe sich der Energieverbrauch immer mehr absenken lässt." Es werde ein Wandel weg von zentraler nuklearer Energieversorgung hin zu lokaler Energieversorgung mit intelligenter Steuerung stattfinden, so Antz.

Prof. Dr. Dr. Dieter Rombach, Geschäftsführender Leiter des Fraunhofer-Instituts für Experimentelles Software Engineering in Kaiserslautern, hielt einen Impulsvortrag zum Thema "Intelligente Energielösungen - neue Perspektiven der Energieversorgung in der Region". Laut Rombach könne man durch intelligente Energielösungen 30 bis 40 Prozent Energie einsparen. Nach seiner Auffassung werde sich der Energiemarkt in den nächsten zehn Jahren komplett verändern. "Man wird keinen Vertrag mehr mit einem Anbieter abschließen, sondern es wird so genannte 'Energiemakler' geben, die einen Energiemix anbieten."

Eine Podiumsdiskussion thematisierte unter anderem das Ziel, Rheinland-Pfalz zum energieeffizientesten Bundesland Deutschlands werden zu lassen.